Dr. Sonja Gipper
Allgemeine Sprachwissenschaft
Institut für Linguistik
D-50923 Köln
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E-Mail: sonja.gipper[at]uni-koeln[dot]de
Sonja Gipper ist Postdoc im Projekt Prominenzbedingte Strukturen in Papuasprachen und austronesischen Sprachen mit symmetrischen Diathesen innerhalb des SFB 1252 Prominence in Language an der Universität zu Köln. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählen eine sprachvergleichende Untersuchung multimodaler Feedbacksignale, eine Studie zur Rolle der interaktionalen Funktion bei der Wahl syntaktischer Alternativen prädikativer Adjektivkonstruktionen in deutschen Konversationen sowie eine Untersuchung von Sequenzen von Rückbestätigungsfragen im Yurakaré.
In ihrer deskriptiven und dokumentarischen Arbeit konzentriert sich Sonja Gipper auf das Yurakaré, eine isolierte Sprache, die am Fuß der Anden in Zentralbolivien gesprochen wird. Zusammen mit dem Yurakaré-Sprecher Jeremías Ballivián hat sie kürzlich Daten zum Yurakaré zu verschiedenen Datenbanken der Glottobank beigetragen. Gemeinsam haben sie außerdem im Jahr 2025 eine Kollektion von Interviews mit Sprecherinnen und Sprechern des Yurakaré zu Theorien und Praktiken der Sprachsozialisation veröffentlicht. Beide Projekte wurden von ELDP (Endangered Languages Documentation Programme) gefördert.
Sonja Gipper hat sich an zwei Netzwerken beteiligt, die sich mit sprachvergleichenden Studien anhand von interaktiven Sprachkorpora beschäftigen. Das SCOPIC project (Nicholas Evans und Danielle Barth) hat das Ziel, mithilfe von Stimulus-Materialien parallaxe Korpora zu erstellen, um sprachvergleichende korpusbasierte Forschung zu ermöglichen. In einer unserer Publikationen verwenden wir diese Korpora, um die Universalität von Komplement-Konstruktionen zu untersuchen. Das von der DFG finanzierte Wissenschaftliche Netzwerk Interaktionale Linguistik (Martin Pfeiffer und Katharina König) untersucht Sequenzen von Bestätigungsfragen in verschiedenen Sprachen. In einer Publikation aus diesem Netzwerk zeigen Sonja Gipper, Katharina König und Kathrin Weber, dass Rückbestätigungsfragen im Yurakaré sich sehr von solchen im Deutschen und im Niederdeutschen unterscheiden.
Gemeinsam mit Eugen Hill und Martin Becker hat Sonja Gipper das Projekt Conversational Priming in Language Change durchgeführt, das sich mit der Rolle von wiederholenden Antworten im Sprachwandel beschäftigte und vom Excellent Research Support Programme der UzK (Förderformat FORUM) gefördert wurde (2021-2022). Weitere Informationen finden sich in unserer aktuellen Veröffentlichung.
In einem abgeschlossenen DFG-Projekt erforschte Sonja Gipper linguistische Variation und Spracheinstellungen von Sprecherinnen und Sprechern des Yurakaré. In einer Publikation aus diesem Projekt zeigt sie, dass der bei den Yurakaré zu beobachtende Sprachwechsel zum Spanischen begleitet wird von einem ontologischen Wandel, bei dem die Yurakaré-Ontologie von Sprache durch eine westliche Ontologie abgelöst wird. Hierbei wandelt sich die Konzeptualisierung von Sprache als Teil des Körpers zu einer Konzeptualisierung von Sprache als Objekt, das unabhängig von Sprecherinnen und Sprechern existiert.
Von 2006 bis 2011 arbeitete sie als Doktorandin einem Dokumentationsprojekt zu dieser Sprache, das von DobeS (Volkswagenstiftung) finanziert wurde und am MPI für Psycholinguistik in Nimwegen angesiedelt war. Die Dokumentation ist über das DobeS-Archiv für bedrohte Sprachen zugänglich. In ihrer Dissertation (2011, Radboud Universität Nimwegen) untersucht sie, wie die Evidenz- und Intersubjektivitätsmarker des Yurakaré in Konversationen verwendet werden.
Für ihren Vortrag bei der 18. International Pragmatics Conference in Brüssel (2023) zur Verteilung von Information in Sequenzen von Rückbestätigungsfragen im Yurakaré (Isolat, Bolivien) erhielt sie einen von zwei “IPrA’s Pragmatics of an Understudied Language Awards”.