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Alaaf und Adschüss: Feierliche Verabschiedung von Prof. Dr. Nikolaus P. Himmelmann

Am 5. Februar 2026 lud die Abteilung Allgemeine Sprachwissenschaft des Instituts für Linguistik zur feierlichen Verabschiedung von Prof. Dr. Nikolaus P. Himmelmann in den Ruhestand ein. Auch wenn er dem Institut weiterhin als Seniorprofessor erhalten bleibt, wollen 16 Jahren Forschung und Lehre an der Universität zu Köln angemessen gewürdigt werden – und das wurden sie! Rund 120 Freund:innen der Kölner Linguistik – darunter Kolleg:innen und Mitarbeiter:innen, Studierende und ehemalige Studierende, sowie Weggefährt:innen aus vielen Jahren – folgten der Einladung.

In seinem Grußwort hob der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Stefan Grohé, das besondere Engagement und die Expertise Himmelmanns hervor, mit denen er die Linguistik in Köln maßgeblich gestaltet und vorangetrieben hat – angefangen mit den ersten strategischen Überlegungen vor 16 Jahren über deren sukzessive Umsetzung hin zur heutigen Verbundenheit der sprachwissenschaftlichen Fächer durch Initiativen wie:

- das Cologne Center of Language Sciences als zentraler Einheit, wo alle (linguistischen) Fäden zusammenlaufen;

- den SFB Prominence in Language über 3 Förderphasen hinweg;

- die KPA Skills and Structures in Language and Cognition;

- die gegenwärtige Entwicklung eines neuen sprachwissenschaftlichen SFBs;

- und zahlreiche Impulse für die Digital Humanities, v.a. für das Language Archive Cologne.

Der anschließende Festvortrag von Prof. Dr. Eva Schultze-Berndt (Manchester) lief unter dem Titel „Kaum hab ich bei ihm studiert, zack, geht Nikolaus in den Ruhestand“ und verband einige seiner sprachwissenschaftlichen Interessen (gesprochene Sprache, sekundäre Prädikate, Prosodie, Prominenz) mit persönlichen Bezügen, Kölschen Einsprengseln, und zahlreichen Äußerungen mit „zack“ aus dem Publikum. Die Anwesenden erlebten so einen spannenden und zugleich unterhaltsamen Beitrag, der perfekt auf den Geehrten abgestimmt war.

Aus Institutsperspektive beschrieb Prof. Dr. Birgit Hellwig dann in ihrer Rede die besondere Persönlichkeit und die Verdienste von Nikolaus Himmelmann. Nach der Schilderung seines Werdegangs und den verschiedenen Stationen in Köln (erstmals 1985), erwähnte sie die zahlreichen (Verbund)Initiativen in Lehre und Forschung, mit deren Initiierung und Ausgestaltung er das Institut und – über Fächer- und Fakultätsgrenzen hinweg – die Sprachwissenschaften in Köln strategisch weiterentwickelt hat. Als wohl größte Leistung betonte sie seine einzigartige Fähigkeit, Menschen mit verschiedenen Persönlichkeiten und Talenten zusammenzubringen, so dass sie sich als Gemeinschaft verstehen – sei es in großen Verbünden oder im täglichen Institutsleben. So prägte er das Institut in den vergangenen Jahren nachhaltig. Das zeigt sich nicht zuletzt an dieser Verabschiedung mit ihren 120 Feiernden aus vielen Jahren Kölner Sprachwissenschaften: man kommt immer wieder gerne zurück!

Von zentraler Bedeutung für sein Leben und Wirken sind Sprachdokumentation und Feldforschung, insbesondere in Indonesien und West Papua. Dies lieferte die Inspiration für einige persönliche Abschiedsgeschenke des Instituts: ein Werk der Künstlerin – und ehemaligen Programmkoordinatorin von DobeS – Vera Szöllösi-Brenig, die sich mit einem Feldforschungsfoto und dem dazugehörigen Feldforschungskontext auseinandersetzte; sowie einen Grundstock an Büchern für die neue Bibliothekssignatur „NPH“, unter der in Zukunft Erfahrungsberichte, Biographien und fiktionale Geschichten rund um das Thema Feldforschung ausgeliehen werden können. 

In diesem Zusammenhang erfolgte ein weiteres Highlight der Veranstaltung: Prof. Dr. Dejan Matić (Münster) überraschte den Geehrten mit einer Buchvorstellung – eine gute Tradition am Institut – der besonderen Art: The Documentarist Turn: From observable linguistic behaviour to typological generalizations, herausgegeben von Sonja Riesberg, Uta Reinöhl und Birgit Hellwig. In 32 Kapiteln erkunden die Autor:innen – darunter viele (ehemalige) Studierende, Mitarbeiter:innen und Kolleg:innen von Nikolaus Himmelmann – die Relevanz sprachdokumentarischer Konzepte, Praktiken und Daten für die Theoriebildung im Fach: was bedeutet die zunehmende Verfügbarkeit natürlichsprachlicher Daten zu zahlreichen Sprachen der Welt für synchrone und diachrone Analysen, typologische Generalisierungen und – allgemein – unser Verständnis von Sprache? Das Buch ist Nikolaus Himmelmann gewidmet.

Eingerahmt wurde die Veranstaltung durch Hartmut Zänder und Karen Kühne, die mit dem Gender Wayang den gesamten Festakt persönlich und stilvoll begleiteten. Das Gender Wayang ist die kleinste Form eines Gamelanorchesters, indonesischen Metallophonen, das bei Zeremonien im Tempel und zu besonderen Anlässen – in diesem Fall eben der Verabschiedung von Professor:innen – zum Einsatz kommt.

Die feierliche Verabschiedung endete mit einer unterhaltsamen Danksagung von Nikolaus Himmelmann. Unter dem Motto „Alaaf und Adschüss“ verknüpfte er Worte der Dankbarkeit mit einigen Bemerkungen zu seinem Herzensthema Sprachdokumentation und Feldforschung. Ein sehr gut besuchter und heiterer Empfang schloss sich nahtlos an.